Abdomen (Hinterleib)

Abdomen der Biene

Das dritte Segment des Bienenkörpers, der Hinterleib (Abdomen) beherbergt alle wichtigen Organe der Biene. Zum Schutz der Organe, ist er wie ein Schuppenpanzer, aus gegeneinander beweglichen Platten aufgebaut. Jeweils zwei dieser Platten, die Rückenplatten (Tergite) und die Bauchplatten (Sternite) bilden ge­mein­sam einen Ring, wovon die weiblichen Bienen 6 und die Drohnen 7 haben.

Freipräparierte Bauchplatte (Sternit) Fiederhaare der Bauchseite Links: Freipräparierte Bauchplatte (Sternit) · Rechts: Fiederhaare der Bauchseite (Licht­mi­kros­kop)

Wachsdrüsen

ausgeschiedene Wachsplatten

Am Bauch der Biene, zwischen den Sterniten, liegen die Wachsdrüsen, aus denen die Arbeiterinnen kleine Wachsplättchen ausscheiden. Dies ist der Werkstoff, mit dem die Bienen ihre Waben aufbauen, welche sowohl für die Lagerung des Honigs und Pollen, als auch der Aufzucht der Brut dienen.

Zur Wachsproduktion müssen die Bienen ihren Fett­stoff­wechsel erhöhen. Sie wandeln dazu Zucker in langkettige Fettsäuren und weiter in Ester um, die flüssig in den Wachsdrüsen ausgeschieden werden. Dort erstarren sie an der Luft und werden als feste Plättchen mit den Hin­ter­bei­nen zu den Mundwerkzeugen geführt. Durchgekaut und mit Speichel versetzt, wird das fertige Wachs verbaut.

Schätzungen gehen davon aus, dass für ein kg Wachs, etwa 4-10 kg Honig verbraucht werden. Um diesen Honig zu sparen, haben die Imker früher die Waben sehr alt werden lassen, und diese immer wieder eingesetzt. Heute achten die meisten Imker auf eine gute Wabenhygiene. Dazu werden die Waben nach wenigen Jahren eingeschmolzen, um Dreck und Krank­heits­erreger aus den Völkern herauszubekommen. Die Bienenvölker sind gesünder und kräftiger, und sammeln mehr Honig ein, als durch den Wabenbau verbraucht wird.

Der Stachel

Stechapparat der Honigbiene (Schema) GD : Giftdrüse · GR : Gift­re­ser­voir · AD : Alkalische Drüse · SK : Stachelkammer · S: Stachel

Bei der Insektengruppe der Stechimmen, und die Bienen gehören in diese Gruppe, ist die Eilegeröhre zu einem Sta­chel ausgebildet. Ursprünglich wurden mit dieser Röhre die Eier gezielt in ein Substrat abgelegt, in Pflanzengewebe, Rindenspalten, Erde, aber auch - z.B. im Falle der Schlupfwespen - in andere In­sek­ten. Die Giftdrüsen ent­wickel­ten sich, um diese Insekten betäuben zu können.

Bei den Bienen wurde aus diesem Stachel ein reines Ver­tei­di­gungsorgan - ein Wehrstachel. Er liegt geschützt in einer Sta­chel­kammer. Das Gift der eigentlichen Giftdrüse (sauer), wird in einem Re­ser­voir gesammelt. Die alkalische Drüse (Du­four­sche Drüse) produziert kein Gift, sondern eine al­ka­li­sche Flüssigkeit. Sie dient im Stachelapparat als Gleit­flüssig­keit. Zum Eierlegen wird der Stachel nicht mehr eingesetzt. Dazu wird er zur Seite geklappt, und die Eier treten direkt aus der Geschlechtsöffnung, am Grunde des Stachels aus.

Drohnen, die männlichen Bienen, haben deshalb keinen Stachel. Die Anlage für eine Ei­lege­röhre haben natürlich nur die Weibchen. Dennoch macht ein Bienenmännchen (Drohn), wenn es festgehalten oder eingeklemmt wird, mit dem Hinterleib typische Stechbewegungen. Dieser bedrohlich wirkende „Bluff“ (Stechdrohung), führt tatsächlich häufig dazu, dass der Angreifer erschrocken loslässt. Offensichtlich können nicht nur wir Menschen, Bienenmännchen nicht von Bienenweibchen, auf Anhieb unterscheiden.